Posted by Stefanie Nowitzki
…Du bist getroffen und kannst Dich nicht wehren,
Worte sind sinnlos, Du willst sie nicht hören,
Weil, einmal geht auch die schönste Zeit vorbei, ooh.
(Roger Whittaker, Abschied ist ein scharfes Schwert)
Ja, an meinem letzten Tag hier in der Movieredaktion lausche ich den weisen Worten Roger Whittakers, der ja eigentlich gar kein Deutsch kann. Das wusste ich übrigens bis vor kurzem gar nicht. Als Kind habe ich mir, während “Albany” und “Eloisa” die Wochenendfamilienausflugsautofahrten untermalte, immer einen netten aber ein wenig traurigen Rheinländer auf seiner sonnenbeschienenen Terasse vorgestellt, der sich, während er ein Glas Apfelschorle trinkt, diese merkwürdigen Texte ausdenkt, die man erst ab einem gewissen Alter zu entschlüsseln vermag: “Blind ging ich ins Feuer, ich hab gewonnen und ich verlor. Die Glut verbrannte mich,
doch ich beklag mich nicht.” (Eloisa)
(Als Kind fand ich solche Lieder unheimlich faszinierend, weil ich dachte, dass sie eine Art Geheimbotschaft enthalten). Als ich jedenfalls erfuhr, dass er eigentlich britischer Sänger (Liedermacher und Kunstpfeifer!!!!!) ist und von dem Text noch weniger versteht, als ich mit 9 oder 10, war ich einigermaßen überrascht. Wie konnte ich mich all die Jahre so täuschen? Aber dann habe ich erfahren, dass man singend jeden Akzent wegbekommt. Roger Whittakker hätte also das Blaue vom Himmel herunter singen können, ich hätte nichts gemerkt. Raffiniert…eigentlich auch eine gute Idee, um der heute bevorstehenden Abschiedsverlegenheit die Wurst vom Brot zu nehmen. Ich habe mir überlegt, dass ich mich nachher vielleicht auch singend verabschieden könnte. Allerdings eignet sich Roger Whittacker dazu wahrscheinlich nicht so gut. Denn ich will ja nicht Abschiedsverlegenheit durch Fremdschämen ersetzen.
Warum eigentlich dieser ganze Roger Whittaker Blödsinn? Keine Ahnung, aber wenn man “Abschied ist…” googelt, und das habe ich getan, dann kommt man recht schnell auf einen hübschen Beitrag bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=L9vdkE-FUr8
In diesem Sinne,
Steffi
Liebe Steffi
ich habe leider deine direktemail nicht zur hand, um ausführlicher zu antworten (denn ich bin nicht bei Ph. gelandet, sondern mache etwas anderes) – aber es ist sehr schön, von dir zu hören und über abschied ist ein schweres schaf habe ich so lachen müssen, dass es schon etwas irre rüberkam, ich, alleine in diesem büro, neurotische grunzlaute von mir gebend… ich verabschiedete mich mit einem kollegialem liebesbrief voller hippie-gefühle, von dem jedes wort ernst gemeint war. ich suche die tage mal deine karte raus und melde mich – viele liebe grüße
N